AUF DEN SCHIRM
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Miese kleine Morde – der neue Roman von Jussi Adler Olsen

Cover von Miese Kleine Morde

Auch wenn der Titel zuerst an Miss Marple denken lässt, ist Miese kleine Morde der neue Roman vom Erfolgsautoren Jussi Adler Olsen. Eigentlich kennt man den Dänen von Geschichten rund um Carl Mørk, den Ermittler des Kopenhagener Sonderdezernats Q, doch diesmal hat Adler Olsen einen ganz anderen Blick auf die Dinge.

Genau dies macht den neuen, sehr kurzen Roman von Jussi Adler Olsen auch so besonders. Erzählt wird nämlich nicht aus Sicht eines Ermittlers oder eines Detektivs – erzählt wird diesmal aus Sicht des Mörders. Und dieser hat eine wahnsinnig gute Idee:

Nachdem er von seiner Frau verlassen wird, stellt der Lars fest, dass er augenscheinlich noch gut davon gekommen ist, denn offenbar haben andere verzweifelte Ehefrauen ganz andere Pläne für die Zukunft ihrer Männer. So versteht Lars, dass es ein lukratives Geschäft sein kann, Ehemänner zu entsorgen. Am besten mit wenig Aufwand, ganz ohne Blut (denn das mag Lars gar nicht) und mit einem dicken Entgelt. Dieses neue Leben kann Lars auch erfolgreich bestreiten, bis sein Konstrukt aus unerwarteter Richtung ins wanken kommt.

Die Geschichte ist unglaublich leichtfüßig und schlicht erzählt. Adler Olsen malt diesmal nicht (wie im Sonderdezernat Q) mit Worten um Situationen, Verletzungen oder Gefühle zu beschreiben. Diesmal wird einfach genau das gesagt, was nötig ist und kein Wort mehr. Das führt dazu, dass Miese kleine Morde gerade ein etwas mehr als 120 Seiten hat, wird dadurch aber auch zur leichten Kost für Krimifans. Dieses Buch kann man eigentlich für eine längere Zugfahrt oder den täglichen Weg zur Arbeit empfehlen. Es tut nicht weh, wenn man im Lesen kurz unterbrochen wird, unterhält aber dennoch über alle Maßen. Die Geschichte ist nicht kompliziert, nicht verzwickt, nicht überkonstruiert, doch aber sehr überraschend und am Ende lässt einen Adler Olsen einfach mit dem erlebten alleine. So spielt das Leben eben. [P_REVIEW]