Doctor Who 6 – Die Blutzelle – Mit dem Doctor im Knast

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Die „Doctor Who“-Romane werden in Deutschland immer beliebter. Nicht zuletzt haben wir das dem Cross Cult Verlag zu verdanken, der uns regelmäßig mit neuem Lesestoff versorgt. Jetzt durften wir schon einmal mit Ten durch die Gegend reisen, mit Nummer 4 ein verlorengeglaubtes Douglas Adams Abenteuer erleben und zu letzt sogar mit dem War-Doktor gegen die Daleks antreten, da werden wir jetzt mit einer Story um den 12. von Capaldi verkörperten Doktor überrascht.

Für einen Who-Roman beginnt dieses Buch unglaublich eigenartig, denn es ist in der ich-Perspektive geschrieben und schon nach ein paar Seiten wird uns klar: Das ist nicht der Doktor selbst. Doch es ist auch kein Companion, der uns da vom Leben als Gouverneur auf einem Gefängnis-Asteroiden berichtet. Wer ist es aber dann? Na ja, mal abwarten. Zum Gefängnischef treffen bald ein paar angestellte, einige Roboter, die Kustoden genannt werden und ein Gefanger. Der Gefangene trägt die Nummer 428. Er ist der gefährlichste Übeltäter des Universums und irgendwie kommt uns seine Art zu sprechen und sein schräger Humor bekannt vor. Aufgeklärt wird all das erst, als der Gefangene darauf besteht, bei seinem Namen genannt zu werden: Doktor. [AMAZONPRODUCTS asin=“3864257921″]

Warum der Doktor im Knast sitzt will ich nicht verraten, denn genau das bleibt, wie auch das Mysterium, wo und was diese HeimatWelt ist, die ganze Zeit im intergalaktischen Nebel verborgen. Nur eins ist klar: der Doktor hat dort irgendeine Herzenssache zu klären. Clara probiert dabei übrigens ihm zu helfen, indem sie ständig am Besuchereingang auftaucht und ihren Charme genauso wie ihren Witz gegenüber dem Gouverneur spielen lässt. Und noch eins kann ich euch verraten: der Doktor hat den lieben langen Tag nichts besseres zu tun, als zu probieren, auszubrechen. Daher stammt auch meine Lieblingsstelle im Buch, die ich euch hier ruhig verraten kann, da es nichts ändert, ob ihr sie kennt oder nicht.

Der Doktor ist also im Gespräch mit dem Gouverneur und wird gefragt, ob ihn seine zum Scheitern verurteilten Ausbruchversuche nicht langsam langweilen. Er antwortet:

Wie Sie schon sagten, Sir, es ist ein Hobby. Schließlich braucht jeder Mensch ein Hobby. Die niedrigen Sicherheitslevels sind einfach Wenn man bis zu einem bestimmten Punkt kommt, wird es schwierig. Aber ich schaffe das schon. Ehrlich, wenn Sie nicht Claras Handy eingeäschert hätten, dann hätte ich Ihnen Candy Crush gezeigt. Das ist wirklich nervtötend.

Genau dieser Humor zieht sich durch das ganze Buch. Ständig kommen Anspielungen auf unsere derzeit reale Welt, ständig probiert der Doktor alle zur Weißglut zu bringen und manchmal gelingt es ihm auch. Genauso ständig schwingt aber auch der Unterton mit, dass hier irgendetwas gar nicht stimmt. Das Geheimnis bleibt immer im Hintergrund und lässt einen weiter und weiter lesen. Gleichzeitig setzt man sich die ganze Zeit mit der Realität des ich-Erzählers, also dem Gefängnisleiter auseinander, der die ganze Zeit regeltreu irgendwelche schlimmen Sachen entscheiden muss, die ihm offenbar selbst gegen den Strich gehen, nicht zuletzt, weil er seine frühere Realität auf der HeimatWelt mit seiner liebsten vermisst.

Das Buch ist schon fast ein Thriller und macht deshalb besonders viel Spaß! Absolute Geek-Empfehlung!

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