Birdman: Superheld, mal ganz anders

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Spätestens seit der Oscar-Verleihung sollte jeder Birdman kennen, doch gesehen hat ihn in Deutschland immer noch nicht jeder. In dieser Woche startet Birdman auf BluRay und DVD und wir haben ihn gesehen.

In diesem „fieberhaft witzigen“ Film (New York Times) von Alejandro González Iñárritu zeigt Michael Keaton „die beste Leistung seiner Karriere“ (Rolling Stone). Er spielt den ehemaligen Filmstar Riggan Thomson, der alles riskiert und zur Rettung seiner Karriere eine Broadway-Show finanziert. Dabei muss er es mit Kollegen, Kritikern, seinem gestörten Alter Ego, seiner ihm fremd gewordenen Tochter (Emma Stone) und einer launischen Bühnendiva (Edward Norton) aufnehmen.
Birdman ist ein „mitreißendes Meisterwerk“ (Stern), das mit geistreichen Dialogen, unerwarteten Wendungen und einem Starensemble in Hochform (neben Michael Keaton u. a. Naomi Watts und Zach Galifianakis) besticht.

Diese Darsteller liefern eine unglaubliche Performance. Zach Galifianakis, den ihr sicher aus der ein oder anderen Komödie kennt, spielt hier dermaßen talentiert und großartig, dass ich ihn gar nicht erkannt habe. Edward Norton hingegen spielt irgendwie wieder sich selbst, wie eigentlich immer, doch mit dem Unterschied, dass es diesmal passt, denn in diesem Film behandeln die Schauspieler ein Schauspieler-Problem, während sie Schauspielern.

 

Nun aber zu den beiden, die mich einfach umgehauen haben: Emma Stone und Michael Keaton. Keaton kennt ihr sicher als Batman aus den 90er und irgendwie könnte man ihm zutrauen, dass er als abgehalfteter Birdman-Star sich hier irgendwie selbst spielt; doch das wollen wir für ihn nicht hoffen. Genauso muss man hoffen, das Emma Stone eine großartige Schauspielerin ist und sich hier nicht selbst darstellt. Sie spielt so großartig, dass man vergisst, einen Film zu sehen.

Auch die Kamera trägt hierzu bei, denn es gibt den ganzen Film über, bis auf [ACHTUNG SPOILER] in der letzten Szene [SPOILER ENDE] nicht einen einzigen sichtbaren Schnitt. Manchmal wird über Schwarz oder einen Bildschirm geblendet und man denkt 30 Sekunden später: „HA! DA WAR DOCH EIN SCHNITT!“, doch wirklich sichtbar ist keiner. Genauso wurde wohl auch gedreht, denn wir häufig berichtet wurde, wurden manchmal ganze 15 Minuten am Stück gedreht! Meisterhaft; von Team und Schauspielern![AMAZONPRODUCTS asin=“B00SFHQ4SM“]

Diese Story über einen ehemaligen Action-Star und sein Umfeld ist so grandios komponiert, dass man meint, sie sei echt, ohne dies zu hoffen. Dies ist einer dieser Filme, bei denen man hofft, es würde NIE einen zweiten Teil geben, denn er ist in sich so großartig, dass er nie im Nachhinein kaputt gemacht werden darf. EMPFEHLUNG!

Ach ja: Witzig übrigens für jeden von unserer Gilde: Die aktuellen Superhelden-Streifen werden an der ein oder anderen Ecke so wunderbar auf’s Korn genommen, dass es eine wahre Freude ist.

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