Asterix im Land der Götter – Kino-Review

Asterix im Land der Götter – Kino-Review

Die letzten Filme verwirren mich. Ich habe es immer gehasst, wenn aus einer Kindheitserinnerung an die schöne Zeit des Zeichentricks plötzlich so ein 3D-Gewimmel wurde und was lehren uns die letzten Monate? So schlecht muss es gar nicht sein. Im Gegenteil: Es ist großartig.

Da war zum Beispiel Paddington: Als Kind habe ich die TV-Serie geliebt und lese auch jetzt noch die Bücher. Ich hatte angst, dass mir alles kaputt gemacht wird, wenn der kleien CGI-Bär plötzlich durch London springt, aber das Gegenteil war der Fall – ich liebe Paddington mehr als je zuvor. Das gleiche war beim Lego-Movie der Fall. Hier wurden Kinderzimmererinnerung nicht wiedrlich vermarktet, sondern zum echten Leben erwäckt, so wie es sein muss.[AMAZONPRODUCTS asin=“B001O3AHVO“]

Genauso ging es mir, als ich hörte, dass es Asterix jetzt wieder einmal auf die Leinwand schafft. Nach den grandiosen Filmen, die man als Kind beinahe täglich auf Sat.1 sehen konnte, folgte ein starker und zwei eher schwache Live-Action-Movies… Was sollte nun daraus werden? Ein 3D-Film. „Och bleib mir doch damit weg“, dachte ich und irrte.

Aber ersteinmal zur Story:

Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus: Ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf wird nicht müde, Widerstand zu leisten. Julius Cäsar kocht vor Wut, aber er hat einen Plan: Römische Lebensart soll den Willen der unnachgiebigen Gallier brechen. Der Kaiser lässt neben dem Dorf eine Luxuswohnanlage für reiche, vergnügungsfreudige Römer bauen: Das Land der Götter. Können unsere gallischen Freunde dem römischen Wohlstand und der Verlockung widerstehen? Wird das wehrhafte Dorf etwa fortan nur noch Erholungsort für Römer? Asterix und Obelix beschließen, alles zu tun, um Cäsars durchtriebene Pläne zu durchkreuzen!

[AMAZONPRODUCTS asin=“3770436172″] Das hört sich ja schon einmal gut an: Die Filmemacher nehmen sich einen Comic, den es bisher noch nicht im Bewegtbild gab. Das ist doch schon einmal löblich, es handelt sich also nicht um ein stumpfes 3d-Remake. Dazu kommt eine 3D-Ausstattung, die alles dagewesene im Schatten stehen lässt, denn: es wird auf RIESIGE Effekte verzichtet und auch nicht alles ultra überspitzt dargestellt, sondern: es ist dort 3D, wo es hingehört. Es wirkt, als wären die Zeichnungen und Geschichten von René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (* 1927) wirklich zum Leben erwacht. Die Animatoren haben sich genauestens an die Zeichnungen aus den Comics und Filmen gehalten. Sogar die Wildschweine sehen genauso aus, wie ich sie aus Kindeheitstagen in Erinnerung habe (und das sowohl lebend, als auch gebraten).

Asterix im Land der Götter - (c) Universum Film GmbH
Asterix im Land der Götter – (c) Universum Film GmbH

Dennoch handelt es sich hier nicht um das Aufwärmen von altem Brei (oder Wildschweinbraten), sondern um wirkliche Innovation. Die Story hat Pepp, wird von Grafik, Stimmung und Ton total belebt und macht groß und klein Spaß. Ich habe im Kino gelacht wie ein 3-jähriger, der zum ersten Mal „Asterix und Cleopatra“ sieht und mich tatsächlich gefreut. Etwas schade, für mich als „alter Fan“ war nur, dass die erste Szene nicht das übliche „gallische Dorf“ und die Lupe, und den SPQR-Pfeil usw zeigt. Dennoch beginnt der Film grandios, nämlich mit einem Cäsar, vor dem auch Darth Vader Angst hätte.

Asterix im Land der Götter - (c) Universum Film GmbH
Asterix im Land der Götter – (c) Universum Film GmbH

Dabei ist eine Slapstick entstanden, die genau das richtige für Kids ist und gleichzeitig schwingt ein bisschen Gesellschaftskritik mit, die die Erwachsenen zum Nachdenken anregen darf, einen aber dennoch zu Feiern einlädt.

Ich freue mich und kann dem Film nur jeden ans Herz legen.

Asterix im Land der Götter - (c) Universum Film GmbH
Asterix im Land der Götter – (c) Universum Film GmbH

Achso. Ein kleiner, erstaunlicher Fakt noch: Ich bin ÜBERHAUPT KEIN FREUND von veränderten Titeln (man siehe Baymax oder Captain America), doch dies mal hat man den Titel so wunderbar gewählt, dass der Sinn nicht verunstaltet wurde und Kinder nicht völlig verwirrt sind, weil sie Trabanten vielleicht gerade noch als Rennpappe aus der DDR kennen, sonst aber damit rein gar nichts anfangen können. Das gefällt mir!

1 Comments
  1. Das Problem mit dem CGI Zeug ist doch nicht, wenn sie Computer animiert in die reale Welt versetzt werden. das klappt meistens ganz gut sondern wenn man einfach einfach Comics oder besser gesagt die gezeichnete (Film)Serie als CGI verwurstet. Man ist einfach bei Asterix oder auch die Biene Maja oder zuletzt Heidi gezeichnet gewöhnt.

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